Neuntes und abschließendes Partnerschaftstreffen in Nürnberg 11. – 15.07.2017

Nachhaltigkeit: Zur Vereinbarung einer langfristigen Zusammenarbeit des Teams „Employability and Skills Partnership Team Glasgow“ und „SCHLAU Übergangsmanagement Nürnberg“ reisten die Leiterin Abigail Kinsella und die Teamleiterin des Bereichs „Activity Agreement“ („Jugendgarantie“) Maxine Clancy für die Zeit vom 11. bis 15. Juli nach Nürnberg. Ziel des Austausches war, konkrete Schritte der Kooperation für das nächste Jahr und darüber hinaus ins Auge zu fassen bzw. festzuschreiben. Auf ausdrücklichen Wunsch der schottischen Gäste wurde ein Programm erarbeitet, das mögliche Linien vorzeichnet.
Angefragt war insbesondere Formen des Kontakts von SCHLAU zu Ausbildungsunternehmen. Abigail Kinsella und Maxine Clancy führten Gespräche mit dem Ausbildungsleiter Mike Brüning und weiteren Mitgliedern seines Teams des auch in Schottland ansässigen Unternehmens Aldi Süd und begleiteten eine Ibos-Klasse bei der Betriebserkundung. Angedacht wurde im Anschluss eine internationale Kooperation mit dem in Nürnberg und Glasgow ansässigen Handelsunternehmen einerseits und der Scharrer-Schule sowie der Lochend Community High School andererseits. Am Nachmittag informierten sich die Gäste im Ausbildungszentrum der Deutschen Bahn über die strategischen Ansätze zur Personalgewinnung dieser großen Arbeitgeberin. Im Fokus standen erneut Formen der Kooperation von Schulen und Unternehmen, der Ansprache von Jugendlichen und Eltern, aber auch die Anforderungen für Praktika.
Als weiteren Schwerpunkt hatten die Gäste die Berufsausbildung an Berufsfachschulen gewählt. Die Glaswegians hospitierten in den Modeschulen Nürnberg und zeigten sich beeindruckt von dem hohen Standard der Ausbildung. Großes Interesse fand die an der BFS Büroberufe praktizierte Übungsfirma, die über eine Internetplattform mit anderen Übungsfirmen in ganz Deutschland in ‚geschäftlichem‘ Austausch steht und sämtliche Geschäftsvorgänge komplex und realitätsnah simuliert. Als besonders spannend erlebten Abigail Kinsella und Maxine Clancy die Teilnahme an einer IHK-Abschlussprüfung im Gastro-Bereich, wo sie sich vom engen und konstruktiven Zusammenwirken von Kammer, ehrenamtlichen Ausbildern/innen und Unternehmer/innen sowie Schulleitung und Lehrkräften der Berufsschule überzeugen konnten. Zudem konnten die beiden Gäste an der festlichen Verleihung der Europässe an Schülerinnen und Schüler der Berufsschulen Nürnbergs, die im Schuljahr 2016/17 im Ausland zusätzliche Erfahrungen gewonnen haben, teilhaben.
Intensiv geführt wurden abschließend Debatten um Konzept und Arbeitsweise von SCHLAU und dem Employability Team. Einmal mehr konnten hier die großen Übereinstimmungen festgestellt, aber auch Abweichungen in der Praxis ausgemacht werden, die sich für einen Transfer eignen. Mit dieser Diskussion stand noch das Gesamtprojekt „Act for Career“ mit dem zentrale Thema „Vermeidung von Jugendarbeitslosigkeit“ im Zentrum. Abgesprochen wurden die verbleibenden Aufgaben, die bis zum offiziellen Ende des Projekts am 31. August zu erledigen sind, vor allem aber Formen der Kooperation in den kommenden Jahren und Pläne für einen regelmäßigen Fachkräfteaustausch.
Seinen großen Dank richtet das SCHLAU-Team an alle Partner und Partnerinnen, die diesen Besuch mitvorbereitet, durchgeführt und zum Erfolg haben werden lassen.

Achtes Partnerschaftstreffen sowie Abschlusskonferenz "Act for Careers" des Erasmus+ Projekts

Hier gelangen Sie zur Bildergalerie der Erasmus+ Abschlussveranstaltung sowie des 8. Partnerschaftstreffens in Glasgow

Abschlusskonferenz in Glasgow

Am 15. Juni lud die Stadt Glasgow zur Abschlusskonferenz des Erasmus+ Projekts-Strategische Partnerschaft: „Act for Careers. Better Employability Opportunities for All“ in die Räume des „Prince’s Trust Wolfson Centre, Cumbrae House“. Weit über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten dem landesweiten Aufruf, dem sich das schottische Bildungsministerium „Education Scotland“ angeschlossen hatte. Die Gäste kamen deshalb nicht nur aus der schottischen Metropole, sondern auch der weiteren Region: Ayreshire, Larnakshire, Renfrewshire, Inverclyde, Dumbarton, Argyllshire und Stirling. Unter den Teilnehmern und Teilnehmerinnen waren darüber hinaus auch Repräsentanten des schottischen Bildungsministeriums „Education Scotland“.
Für das Bildungsdepartment begrüßte Stadtdirektor David McClelland. In seiner Rede unterstrich er die mit den Nürnbergern geteilte Einsicht, Strategien gegen Jugendarbeitslosigkeit zu entwickeln und alle Anstrengung zu unternehmen, um den jungen Menschen Zukunftschancen zu eröffnen. Darüber hinaus lenkte er das Augenmerk auf die hohe Bedeutung des Ideentransfers für die Partnerschule Lochend Community Highschool und die Partnerorganisation „Employability and Skills Partnership Team“. McClelland unterstrich schließlich den intensiven Wunsch des Bildungsdepartments nach Fortsetzung der fruchtbaren Zusammenarbeit auf den Ebenen Ideen- und Erfahrungsaustausch, aber auch Expertenbesuche und Schüler- sowie Praktikantenaustausch. Die Stadt Glasgow beabsichtige, ungeachtet des bedauerlichen Brexit-Beschlusses, diese Beziehungen weiter zu pflegen und auszubauen.
In seiner Entgegnung pflichtete der Nürnberger Bürgermeister Dr. Klemens Gsell dieser Absicht uneingeschränkt bei. Glasgow und die Noris verbinde eine über Jahrzehnte gewachsenen Städtepartnerschaft. Das Projekt „Act for Careers“ habe den Beweis dafür geliefert, wie diese Partnerschaft gelebt werden kann. Besonders erfreulich sei der zielführende Austausch von Erfahrung und Expertenwissen, der eine systematische Zusammenarbeit der Bildungsdepartments auf eine feste Basis gestellt habe.
In den weiteren Vorträgen zogen Lesley Atkins, International Education Officer der Stadt Glasgow und Dr. Hans-Dieter Metzger, Nürnberg, Bilanz. Zahlreiche neue Initiativen in den Bereichen allgemeinbildende Schulen, außerschulische Unterstützung beim Übergang Schule-Beruf und Zusammenarbeit mit Unternehmen sowie berufliche Bildung konnten angestoßen werden. Die strategische Partnerschaft war von großem fachlichen Gewinn für die teilnehmenden Experten, die in nicht weniger als acht persönlichen Begegnungen die Bildungseinrichtungen der anderen Städte besuchen, die Anstrengungen der Partner zur verbesserten Einmündung insbesondere von benachteiligten Jugendlichen in die Erwerbstätigkeit kennenlernen sowie interesting practice für den Transfer identifizieren konnten. Zusätzlich haben diese Begegnungen individuell bereichert. Durch Freundschaften seien Bindungen entstanden, die über das Projektende hinweg bestehen werden und das weitere Zusammenwirken im Fachlichen wie Persönlichen garantierten. Abigail Kinsella und Jacqui McBride verwiesen in ihrem Fachvortrag auf die inspirierenden Anregungen, die sie aus dem Job shadowing bei SCHLAU für ihre Institution ziehen konnten. Heather Kerr und Vincent Clarke schließlich präsentierten die Wirkungen der Zusammenarbeit für ihre Lochend Community High school, insbesondere die Stärkung der Berufsorientierung im Unterricht und der Netzwerkarbeit und Einbeziehung von Partnerunternehmen.
Den Themen „Beschäftigungsfähigkeit“, „Kompetenzerwerb“, „Vorteile des internationalen Austausches“ und „Nachhaltigkeit“ widmeten sich vier Workshops, die jeweils zweimal durchgeführt wurden. Eingehend diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Weiterentwicklung der Berufsorientierung an der Lochend Community Highschool im Kontext der Strategischen Partnerschaft Glasgow-Nürnberg. Sowohl Lehrkräfte als auch Schülerinnen und Schüler wünschten sich den weiteren Ausbau der Kooperation mit einer Nürnberger Partnerschule und einem international operierenden Unternehmen mit Standorten in beiden Städten.
In einem zweiten Workshop zum Thema „Wie können wir das Übergangsmanagement weiterentwickeln? – Glasgows „Employability and Skills Partnership“ Team und SCHLAU Übergangsmanagement Nürnberg“ wurde detailliert über den Gewinn an Know-How und Praxiswissen gesprochen.
Zur Diskussion in eigenen Workshops gelangten auch unterschiedlichen Konzepte Glasgows und Nürnbergs zu dem brisanten Thema „Neuzugewanderte und Asylsuchende“.
Schließlich präsentierten Lehrkräfte und jungen Leute in einem vierten Workshop „Berufliche Bildung – Austauscherfahrungen Studierender an Glasgow Colleges und Nürnberger Berufsschulen“ die Bereicherungen und den Erfahrungszuwachs, den sie durch Praktika in den Partnerstädten erwerben konnten. Stolz zeigten die Schülerinnen und Schüler ihren EuroPass, der diese neuen Kompetenzen dokumentiert und als Anlage die interkulturelle Erfahrung belegt.
In der abschließenden Podiumsdiskussion erhielt das Erasmus+ Projekt „Strategische Partnerschaft Glasgow – Nürnberg: Act for Careers. Better Employability Opportunities for All“ viel Lob und Zuspruch. Es zeigte sich damit einmal mehr, wie sehr sich die schottischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer Europa verbunden fühlen.

Informationen zum The Prince’s Trust Wolfson Centre, Cumbrae House erhalten Sie unter https://www.princes-trust.org.uk//about-the-trust/where-we-work/scotland/wolfson-centre.
Das Konferenzprogramm finden Sie hier als Download im Pdf-Format.

Achtes Partnerschaftstreffen in Glasgow 13.-18. Juni 2017

Im Juni 2017 und damit nur einen Monat nach den Kommunalwahlen in Schottland besuchte die Nürnberger Delegation, geführt von Schulbürgermeister Dr. Klemens Gsell, die Metropole Glasgow. Der Zeitpunkt war gut gewählt, denn es bot sich die hervorragende Gelegenheit, der neuen Lord Provost Eva Bolander das ErasmusPlus-Projekt vorzustellen und das Anliegen vorzutragen. Frau Bolander nahm sich trotz der Vielfalt neuer Amtsgeschäft Zeit für dieses europäische Bildungsprojekt. Die Glasgower Oberbürgermeisterin lobte nicht nur den Arbeitsansatz und den Transfer von Wissen und best practice, sondern auch die stattliche Anzahl an neuen und weiterführenden Initiativen zum Thema Vermeidung von Jugendarbeitslosigkeit und Förderung der beruflichen Bildung, die sich in den zurückliegenden drei Jahren der Zusammenarbeit der Partnerstädte ergeben haben.
Ausführlich Zeit nahm sich die Delegation darüber hinaus für einen Besuch des City of Glasgow College, das in einem futuristischen Gebäudekomplex in der Innenstadt untergebracht ist. Das City of Glasgow College ist bereits jetzt eines der größten Further Education Colleges (Fachoberschule) in Schottland. Es hat traditionell gute Verbindungen zur Industrie und einen hochgeschätzten Ruf für die Entwicklung von Fertigkeiten für Arbeit und Leben in vielen Spezialgebieten – in Glasgow sowie auf nationaler und internationaler Ebene. Es bietet ein breites Spektrum an Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten, von Grundkursen bis hin zum Higher National Diploma, zudem eine Reihe von Studiengängen zusammen mit Hochschulpartnern. Die Bildungsangebote auf den Gebieten Kunst & Design, Business & Enterprise, Community-, Pflege- & Sozialwissenschaften, Computing, Bauwesen, Ingenieurwissenschaften & Energie, Kreativindustrie, Lebensmittel, Gastgewerbe & Tourismus, Haar & Kosmetik, Sport, Sprachen & ESOL sowie Schifffahrtskunde werden in 835 einzigartige Kursen in 6 Fakultäten mit 34 akademischen Abteilungen durchgeführt. Der Präsident des Colleges sowie sein Team verwiesen in den einführenden Vorträgen stolz darauf, dass das City of Glasgow College von vielen ausländischen Studierenden genutzt wird. Sie, so wurde betont, tragen zu einer vielfältigen kulturellen, sozialen und bildungsfreundlichen Atmosphäre bei, die besonders auch die schottischen Studierenden und Mitarbeiter zu schätzen wissen. Der Informationsbesuch zeitigte auch einen unmittelbaren Effekt: Angedacht wurde eine Kooperation zwischen der Nürnberger Berufsschule und dem College für den Ausbildungszweig Fachkraft für Tourismus.

Im Mittelpunkt des Austausches stand die Abschlusskonferenz „Act for Careers“, die am 15. Juni in den Räumen des Princes Trust unter sehr reger Beteiligung von Lehrkräften sowie Bildungsexpertinnen und -experten stattfand (siehe dazu eigenen Beitrag).

Darüber hinaus tagten Projektteilnehmerinnen und –teilnehmer mehrmals, um die Ergebnissen des dreijährigen Austausches intensiv zu diskutieren und dazu überdenken.  Übereinstimmend sprachen sich die Akteure für die Fortsetzung der Zusammenarbeit aus und diskutierten verschiedene Möglichkeiten und Initiativen, die die Fortführung der außerordentlich fruchtbaren Zusammenarbeit sicherstellen sollten. Gerade die sehr bedauerte Brexit-Entscheidung Großbritanniens, die – darin war man sich einig – nicht den Willen der jungen Menschen und der schottischen Bevölkerung widerspiegelt – gab Anlass zu Überlegungen, wie das Zusammenwirken künftig aussehen kann. Die gemeinsame europäische Identität, der Schüler/innen- und Studierendenaustausch sowie die grenzüberschreitende Freizügigkeit wurden als Eckpfeiler einer in die Zukunft weisenden Bildung gesehen, die unverzichtbar sind. Beschlossen wurde, die vielen positiven Ergebnisse im gemeinsamen Journal „Act for Careers. Better Employabilty Opportuntites for All“ zu dokumentieren, um damit zu zeigen, wie sehr die jungen Menschen, Lehrkräfte, Sozialpädagogen und die Stadtgesellschaften vom internationalen Austausch profitieren.

TV-Team aus Shenzhen

„Welchen Nutzen bringt eine internationale Kooperation zum Thema Übergang Schule-Beruf?“ lautete die zentrale Frage, der ein TV-Team bei einem Besuch bei SCHLAU nachging. In der wirtschaftlich boomenden Region Shenzhen, Nürnbergers Partnerstadt in China, besteht großes Interesse an deutschen Berufsausbildungssystem. Wie aber werden junge Menschen für diese Berufe gewonnen? Gibt es Auswahlkriterien? Welche Zugangsvoraussetzungen bestehen?
Lehrkräfte, Ausbildungsleiter und zwei Jugendliche in Ausbildung interessierten sich für die Kooperationserfahrungen von SCHLAU mit Glasgow im Rahmen des Erasmus+ Projekts Strategische Partnerschaft. Geradezu exemplarisch ließen sich hier nämlich die positiven Wirkungen auf die Kompetenzbildung von jungen Menschen anhand konkreter Austauschprogramme und Auslandspraktika für die Bildungsbereiche allgemeinbildende Schulen, Übergangsmanagement und berufliche Bildung aufzeigen.
Neben Präsentationen und Diskussion stellten sich die beiden Jugendlichen auch einer ‚Beratungssitutation‘. Im Dialog mit der Bildungsbegleiterin von SCHLAU, als biografisches Interview angelegt, wurden den beruflichen Neigungen der jungen Menschen ausgelotet und auf dieser Basis die Ausbildungsmöglichkeiten, die Deutschland bietet, erarbeitet. Deutlich werden sollte dabei, dass der junge Menschen im Mittelpunkt steht, dass es auf seine individuellen Entscheidungen ankommt und eine seriöse Vorbereitung nicht nur die Kompetenzen des Jugendlichen wertschätzt, sondern auch auf Selbstbewusstsein und den Erwerb von Eigenkompetenz setzt. 
Der Film über die Bedeutung von Internationaler Bildung soll zeitnah in der chinesischen Metropole ausgestrahlt werden.

Neue Strategische Partnerschaft zwischen Kelvin College Glasgow und dem Berufsbereich Körperpflege/Friseure der Berufliche Schule 5 in Nürnberg eingerichtet

Als ein weiteres Ergebnis des Erasmus+ Projekts „Act for Careers“ konnte im Mai 2016 nach intensiver Vorbereitung der erste Schülerinnen- und Schüleraustausch zwischen Kelvin College Glasgow und Berufsbereich Körperpflege/Friseure der Beruflichen Schule 5 stattfinden. Fachbetreuerin Tanja Knöchlein begleitete 5 Auszubildende im Friseurhandwerk an die Stadt am Clyde. Tracy Levy, Senior Curriculum Manager, empfing und betreute die Gäste höchst professionell und charmant. Die fünf Nürnberger Auszubildenden erhielt zwei Wochen lang Gelegenheit, nicht nur einschlägige Veranstaltungen an diesem City College zu besuchen, sondern auch Betriebspraxis in verschiedenen Unternehmen zu sammeln. Für beide Seite war der Austausch ein voller Erfolg. Die begeisterten jungen Nürnbergerinnen und Nürnberger erhielten einen vertieften Einblick die stilistischen Feinheiten schottischer Haarmode, während sich die Kolleginnen und Kollegen in Glasgow von der Qualität der Ausbildung in Nürnberger Jugendlichen überzeugen konnten. Fest vereinbart wurde die Fortsetzung des Austausches.

Tanja Knöchlein, H.-D. Metzger, Mai 2017

Abschlusskonferenz in Glasgow

Nach drei Jahren sehr erfolgreicher Zusammenarbeit findet am 15. Juni die Abschlusskonferenz des Erasmus+ Projekts „Act for Careers. Better Employability Opportunities for All“ statt. Das Programm gliedert sich in Hauptvorträge zu den Themen „Internationale Bildung“ und „Übergangsmanagement“ und Beschäftigungsfähigkeit und lädt zu vier Workshops mit den Schwerpunkten

* Weiterentwicklung der Berufsorientierung an der Lochend Community High school im Kontext der Strategischen Partnerschaft Glasgow-Nürnberg
* Wie können wir das Übergangsmanagement weiterentwickeln? – Glasgows „Employability and Skills Partnership“ Team und SCHLAU Übergangsmanagement Nürnberg im Erfahrungsaustausch
* Neuzugewanderte und Asylsuchende – Glasgow und Nürnberg in der Diskussion
* Berufliche Bildung – Austauscherfahrungen Studierender an Glasgow Colleges und Nürnberger Berufsschulen

Die landesweit ausgeschriebene Veranstaltung wird eröffnet von Maureen McKenna, Executive Director of Education, Glasgow City Council, und Dr. Klemens Gsell, Bürgermeister Schule und Sport, Stadt Nürnberg.
Die Veranstaltung findet statt im The Prince’s Trust Wolfson Centre, Cumbrae House (https://www.princes-trust.org.uk//about-the-trust/where-we-work/scotland/wolfson-centre).

Das Konferenzprogramm finden Sie nebenstehend als Download im Pdf-Format (klick auf das Foto).

Anmeldungen sind möglich über die Website von „Act of Careers“, bereitgestellt durch das schottische Bildungsministerium Education Scotland / Foghlam Alba
(https://blogs.glowscotland.org.uk/glowblogs/epca/sharing-practice/).

Sie sind herzlich eingeladen.

Das ErasmusPlus Projekt präsentiert sich in Augsburg

Auf Einladung des Augsburger Bildungsreferenten Hermann Köhler stellte Dr. Hans-Dieter Metzger das Nürnberger EramusPlus Projekt „Act for Careers. Better Employability Opportunities for All“ in der schwäbischen Metropole vor.
Am dem lebhaften Gedankenaustausch nahmen der Bildungsreferent selbst sowie Claudia Sperling (Bereichsleiterin der Arbeitsagentur Augsburg), Dr. Martina Schießleder (Leiterin der Fachstelle Jugend und Bildung im Bildungsreferat) und Gerhard Steiner (Schulleiter a.D. und Beauftragter für Berufsorientierung im Bildungsreferat) teil. Gegenstände des Gesprächs waren unter anderen die Projektstruktur, der Arbeitsprozess und Beteiligungsformen des schottischen Partners, angestoßene Initiativen zur internationalen Bildung und Schüleraustausche sowie die Nachhaltigkeit.
Die Augsburger zeigten sich angetan von dem Konzept, das die Förderung von Jugendlichen mit schlechteren Startchancen in den Mittelpunkt rückt und eine strategische Partnerschaft mit Konzepttransfer und langfristig angelegten Schulpartnerschaften auf eine stabile Grundlage gestellt hat.

Nachhaltigkeit und weitere Vertiefung der Partnerschaft Nürnberg und Glasgow

Vom 27.03.2017 bis 29.03.2017 besuchte Herr Lee Coutts, Abteilungsleiter am Glasgow Kelvin College die Beruflichen Schulen Direktorate 5 und 9 in Nürnberg.
Ziele des Besuchs auf Arbeitsebene waren es, den aktuell bevorstehenden Lernaufenthalt einer Gruppe Auszubildender der Beruflichen Schule 9 im April 2017 im Detail abzusprechen sowie weitere Austauschprojekte zu vereinbaren. Im nächsten Schuljahr plant Herr Coutts erstmals einen Studienaufenthalt schottischer Studierender an den Beruflichen Schulen in Nürnberg. Dazu galt es viele Einzelthemen zu besprechen, u. a. Antragsfristen abzustimmen, Zuständigkeiten an den Schulen abzuklären, den Besuchszeitraum abzustecken und mögliche Auswirkungen des Brexit auf die Finanzierung weiterer Schülermobilitäten im Jahr 2018 einzuschätzen. Für die Lehrkräfte der B9 stand der Austausch über pädagogische Eckpunkte der beruflichen Bildung in Schottland und Bayern im Fokus.
Neben dem Besuch der beruflichen Schulen nutzte Frau Plewinski, Amt für Internationale Beziehungen der Stadt Nürnberg, die Gelegenheit, mit Herrn Coutts Kontakt zu knüpfen und ihn als festen Ansprechpartner am Kelvin College in Glasgow kennenzulernen.

Hierzu die wesentlichen Programmpunkte in Stichpunkten:

  • Besuch der Abteilung Körperpflege an der Beruflichen Schule Direktorat 5 am BBZ und Beobachtung des praktischen Teils der Abschlussprüfung der Friseure, Betreuerin Frau Tanja Knöchlein
  • Besuch der Modeschulen der Stadt Nürnberg in der Reutersbrunnenstraße mit Unterrichtsbesuchen, Betreuerin Frau Barbara Denker
  • Meeting beim Amt für Internationale Beziehungen mit Frau Christina Plewinski und Dr. Hans-Dieter Metzger (Erasmus+ Strategische Partnerschaft Glasgow – Nürnberg)
  • Stadtführung mit dem Erasmus-Plusbeauftragten beim Amt für Berufliche Schulen der Stadt Nürnberg, Herrn Frank Fleischmann
  • Besuch der Beruflichen Schule Direktorat 9 mit Einführung in die dualen Ausbildungsgänge sowie detaillierter Präsentation der vollschulischen Ausbildung an der Berufsfachschule für Büroberufe mit Besuch der Trainingsfirma NÜLAG GmbH, Referenten/-innen: Frau Barbara Rausch (Lehrkraft B9), Herr Werner Völkel (Abteilungsleiter für Fremdsprachen B9) und Frau Ulrike Horneber (Schulleiterin B9)
  • Treffen mit den Lehrkräften des Fachbereichs Fremdsprachen an der B9 und Austausch über laufende Programme (u. a. Frau Julia Sedlmayer, Frau Rausch, Herr Völkel, Herr Günther Deyerler und Frau Horneber)

Das nächste Treffen mit Herrn Coutts findet am 21.04.2017 in Glasgow am Kelvin College statt. Angestrebt wird eine kontinuierliche Kooperation im Hinblick auf Lernaufenthalte von Schülern/-innen aus den beruflichen Schulen Nürnbergs und Studierenden des Glasgow Kelvin College.


B9, 29.03.2017
gez. Ulrike Horneber

3 Jahre Erasmus+ Strategische Partnerschaft Nürnberg – Glasgow

Wir erleben Internationalisierung heute als ein Alltagsphänomen. Kommunikation über Distanzen ist eine Sache des Augenblicks. Dies gilt auch für den Zugang zu Informationen, deren Herkunft und Validität gelegentlich schwer zu überblicken und immer zu überprüfen sind. Reisen in alle Teile der Welt war noch niemals so einfach wie heute. Arbeitsmigration, Armutsmigration und Flucht vor Krieg haben ein in der Geschichte ungekanntes Maß erreicht. Ein Blick in die Klassenzimmer unserer Schulen sollte genügen, um festzustellen, dass diese Wahrheit nicht zu leugnen ist. Der Individualisierungsprozess bringt  Varianz und fordert Toleranz ein. Gerade die Entgrenzung in vielen Bereichen lässt aber auch das Erfordernis von Grenzen erkennbar werden – Grenzen des Hinnehmbaren, wenn die Würde des Menschen verletzt wird, die Grenzen des Wohlstands angesichts offensichtlicher und verdeckter Ungleichheiten, Grenzen im Informationsangebot, das sich den Geboten der Lauterkeit stellen muss, Grenzen des Wachstums, gegeben durch die Endlichkeit der Ressourcen. 

Zweifellos ist es aber nicht mehr möglich, sich mit der Errichtung von Grenzzäunen Sicherheit zu verschaffen. Es gibt keinen Weg zurück hinter die Globalisierung – aber es gibt Wege, mit diesem Phänomen nicht nur umzugehen, sondern den kultivierten Umgang zu gestalten.

Bildung hat die Aufgabe, Menschen und dabei insbesondere junge Menschen zur Bewältigung der Gegenwart zu befähigen und auf die Fragen der Zukunft vorzubereiten. Internationale Bildung wurde in der Vergangenheit mehr oder weniger auf Fremdsprachenerwerb und Schüleraustausch reduziert.  Sie ist viel mehr als das: sie ist Bildung zur Alltagstauglichkeit – zur Befähigung zum Miteinander mit Menschen unterschiedlichster Herkunft, kultureller Prägung, persönlicher Orientierung und Werthaltung.  Internationale Bildung meint Begegnung mit Anderen und vermittelt Anerkennung von Unterschiedlichkeit und die Tugend der Toleranz, aber auch das Augenmerk auf das Selbst und Bewährung durch verstehende Würde.

Internationale Kooperationen schaffen Räume für das Erfahren. Seit 2014 lebt SCHLAU eine Kooperation mit Bildungseinrichtungen der Stadt Glasgow, auf Nürnberger Seite unterstützt durch das Amt für Internationale Beziehungen und das Amt für Berufliche Schulen. In diesen drei Jahren wurden Begegnungen organisiert, die den Erfahrungsaustausch zur Überwindung von Jugendarbeitslosigkeit in der Metropole am Clyde und der Noris ins Zentrum stellten. Diese Partnerschaftstreffen sind dokumentiert in den Publikationen Act for Careers. Better Employability Opportunities for All (Download aller Publikationen im pdf-Format hier)

Schlüsselbeobachtungen, allgemeingültiger Schlussfolgerungen sowie konkrete Empfehlungen wurden dabei herausgearbeitet und zusammenfassend dargestellt. Dabei zeigte es sich ein ums andere Mal, dass trotz der Unterschiedlichkeit schulischer und berufsbildender Systeme der Übergang von der Schule ins Erwerbsleben eine kritische Situation und Herausforderung für viele junge Menschen bedeutet. Gleich ob in Glasgow, Nürnberg, Den Haag oder Antwerpen verlangt dieser Schritt hohe personale Kompetenz der Selbstwahrnehmung,  der Einschätzung eigener Fähigkeiten und Interessen, die Entscheidung für eine berufliche Richtung, die Fähigkeit Chancen zu identifizieren und realisieren, aber auch Enttäuschungen auszuhalten, schließlich soziale Kompetenzen wie die Fähigkeit zur Empathie und Verständnis für den Standpunkt bzw. die Rolle des Gegenübers, Teamfähigkeit und schließlich auch die Fähigkeit, das eigene Leben in einer neuen sozialen Umgebung mit neuen Partnern und Partnerinnen zu meistern.

Der Erfahrungsaustausch, gerade an einer solch wichtigen Schwelle im Leben junger Menschen, war außerordentlich fruchtbar. Er setzt Grundlagenarbeit zum Verständnis der jeweils anderen Situation voraus, verlangt aber auch, hinter die ins Auge springenden Unterschiedlichkeiten zu sehen und auf Konvergenzen zu achten. Er gestattet die Einsicht in Übereinstimmungen und triftigere Lösungen bei parallelen Problemlagen, motiviert durch den Partner erprobte Methoden und Verfahren aufzugreifen und stärkt das Wissen um die Bedeutung der Aufgaben und Wege, diese Bedeutung anderen transparent zu machen und zu übermitteln.

Nach dem Grußwort des Stadtschuldirektors David McLelland präsentierte Lesley Aktins, International Education Officer, dem Publikum der Festveranstaltung die in Glasgow ausformulierte und praktizierte Strategie internationaler Bildung als festen Teil des Curriculums (entitlement) an allgemeinbildenden Schulen (Download im pdf-Format hier)
Im Anschluss berichteten Schülerinnen verschiedener Schularten über ihre Auslandserfahrungen und den persönlichen Gewinn, den sie daraus zogen. Ausführlich widmeten Abigail Kinsella und Jacqui McBride, die eine Woche bei SCHLAU hospitiert hatte, welche Erkenntnisse sie aus Nürnberg mitgenommen und in ihrem „Employability and Skills Partnership Team“ verwirklicht haben. Vincent Clarke von der Sekundarschule Lochend Community High führte in sein Schülerprojekt ein, das in Kooperation mit Scot Beef und Aldi Schottland ein Produkt – einen Burger – von der Produktidee über Herstellung, Verpackung und Distribution in Geschäften sowie dem begleitenden Marketing nicht nur entwickelte, sondern auch umsetzte, so dass die Endverbraucher  diese Schülerkreation in den Supermarktregalen finden und erwerben konnte. Lehrkraft Heather Kerr und die Schüler(innen) Jemma, Morgan und Connor erzählten von ihrem preisgekrönten Projekt „We are pure chuffed“, Modeschmuck zu designen und zur Marktreife zu führen. Den Abschluss bildete eine  Modenschau ehemaliger SCHLAU Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die heute die Modeschule Nürnberg besuchen und ihre Mode auf dem Laufsteg präsentierten.

Die Reaktionen des Publikums auf diesen „europäischen Nachmittag“ waren sehr positiv. „Wäre ich nicht dagewesen, ich hätte etwas sehr Wesentliches versäumt“, bemerkte einer der Besucher und eine Besucherin schrieb. „Die Veranstaltung hat mir nochmals verdeutlicht, dass man die Bedeutung internationalen Austauschs und internationaler Bildung gar nicht hoch genug veranschlagen kann. Mich hat überzeugt und begeistert, wie die jungen Menschen von ihren Erfahrungen berichten bzw. was sie daraus gemacht haben. Ihr Mut hat auch mir Mut und Lust auf Europa gemacht“.

10 Jahre SCHLAU Übergangsmanagement Nürnberg
3 Jahre Kooperation SCHLAU Nürnberg - Employability Team Glasgow


Hier gelangen Sie zur Bildergalerie unserer Jubiläumsfeier „Chancen für junge Menschen – von Nürnberg bis Glasgow“, die am 10.03.2017 im Historischen Rathaussaal Nürnberg stattfand.

Siebtes Partnerschaftstreffen in Nürnberg

Zum dritten Mal in großer Runde durften wir unsere schottischen Freunde erneut in der Noris willkommen heißen. Aus der Stadt am Clyde kamen David McClelland (Stadtdirektor Bildung), Maria Walker (Leitung Abt. Englisch als Zweitsprache), Abigail Kinsella (Leitung Abt. Übergangsmanagement), Jacqui McBride (Übergangsmanagement), Janice Morran ( Büro Internationale Bildung), Mark Irwin (MINT), David McArthur (Schulleiter Lochend Community High school), Heather Kerr, Vincent Clarke (Lehrkräfte), Jemma McLean, Morgan Wilkie und Conor Woodhouse (SchülerInnen, alle Lochend Community High school).

Im Zentrum des Treffens standen die Vorbereitung und Durchführung der Abschlusskonferenz Erasmus+ Strategische Partnerschaft Glasgow – Nürnberg. Aber neben diesem Ereignis wurde auch der fachliche Austausch gepflegt auf den drei Ebenen 1. Demografische Herausforderung – Strukturanalyse, Bildungslandschaft und mittelfristige Herausforderungen; 2. Berufliche Bildung für Neuzugewanderte und Asylsuchende; und 3. Demokratische Kultur – Krieg, Zerstörung und Wiederaufbau.

Georg Altmann, stellvertretender Amtsleiter für die allgemeinbildenden Schulen in Nürnberg, präsentierte den Gästen umfangreiche Statistiken und deren Auswertung und zeigte auf, in welch gewaltigem Umfang in der wachsenden Metropole Nürnberg die Anforderungen an verfügbaren Schulraum steigen. Stichpunkte sind hier Geburtenzuwachs, positiver Wanderungsssaldo und Zuwanderung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen sowie weiteren Migrantengruppen.

Stephan Czwalina, stellvertretender Schulleiter des Kompetenzzentrums für Bau-, Farb- und Holzberufe (B11) führte die Gäste mit seinem Vortrag nicht nur an die Vorzüge und Schwächen der dualen Ausbildung heran, sondern erklärte auch die in Nürnberg praktizierte Beschulung von Neuzugewanderten an Berufsschulen. Sie setzt auf langfristige Heranführung an die Erwerbstätigkeit und reicht von einem ersten Schuljahr intensiver Sprachförderung und dem zweiten Jahr Berufsorientierung mit Fokus Fachsprache über ein drittes (EQ) bis zu einem vierten und ersten dualen Jahr, wo noch Unterstützung im Ausbildungsbetrieb geleistet wird. In Unterrichtsbesuchen bei Fachklassen der SchreinerInnen und FließenlegerInnen konnte Herr Czwlina verdeutlichen, wie die Heranführung von Neuzugewanderten an die Fachausbildung gelingen kann.

Das Thema Krieg, Zerstörung und Wiederaufbau führte die Gäste an verschiedene Erinnerungsorte in Nürnberg. Stationen waren das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände, das Stadtmuseum Fembo-Haus und schließlich der Kunstbunker, im dem auf Befehl von höchster Stelle, erteilt noch vor dem Beginn des Krieges, Kunstschätze Nürnbergs und anderer Städte und Regionen ‚bombensicher‘ aufbewahrt wurden. Eindringlich wurde gezeigt, im welch ungeheurem Umfang menschliches Leiden durch den gewalttätigen  NS-Terror verursacht und unwiederbringlich Werte, Bauwerke und Kunst zerstört wurden. Erschreckend und aufklärend zugleich– gerade wenn man an die jüngeren und aktuellen Kriegsschauplätze in der Welt denkt – wurde auf die Langfristigkeit der Beschädigungen verwiesen. Nürnberger Kulturgut ging oftmals unwiederbringlich zugrunde, einige Bau- und Kunstwerke konnten erst nach vielen Jahren wieder errichtet oder nutzbar werden. Bis heute gibt es Bombenfunde, die die Menschen aus ihren Häusern treiben und von Fachleuten unter Lebensgefahr entschärft werden müssen. Deutlich wurde eins ums andere Mal, welch irreparable Schäden an Menschen und Dingen durch Intoleranz, Rassismus und übersteigertem Nationalismus verursacht wurden (und werden), aber auch wie in Nürnberg eine Kultur des Friedens und der Menschenrechte gepflegt und gefördert wird.

Dankbar zeigten sich unsere schottischen Gäste für die umfangreiche Information und die vielen fachlichen Anregungen, die sie mit in ihre Stadt nehmen konnten. Insbesondere auch die Begegnung mit Erinnerungsorten der politische Bildung bezeichnete Stadtdirektor David McClelland als wichtigen Beitrag zur Friedenserziehung, der beide Städte verbindet und in der Bildungs- und Jugendarbeit mit Austauschprogrammen noch stärker in den Fokus gerückt werden sollte.

Erfahrungsaustausch mit Journalisten der Partnerstadt Shenzhen

Im Februar 2017 besuchten Veronica Wang Yu und Wyman Wang von der Shenzhen Media Group im Auftrag der Stadtverwaltung Bildungsangebote auf dem Gebiet der Beruflichen Bildung die Koordinierungsstelle SCHLAU.
Dicht bei Hongkong gelegen, gilt Shenzhen als Chinas "Boomtown". Bereits 1980 wurde dort als marktwirtschaftliches Experiment eine Sonderwirtschaftszone eingerichtet, die aus dem kleinen Küstenort in atemberaubender Geschwindigkeit eine wohlhabende Wirtschaftsmetropole mit heute rund 15 Millionen Einwohnern werden ließ. Die Gäste interessierten sich dabei besonders für die in Deutschland so erfolgreich praktizierte duales Ausbildung und ihre Leistungsfähigkeit in den Schlüsselsektoren Verkehrstechnik, Energie- und Umwelttechnologie, Medizin- und Kommunikationstechnik.
Mit dem wissenschaftlichen Mitarbeiter im Geschäftsbereich Schule, Dr. Christian Büttner, und dem Leiter der Abteilung SCHLAU Übergangsmanagement Nürnberg, Dr. Hans-Dieter Metzger, diskutierten die Gäste die Zugänge zum dualen Ausbildungssystem. Besonders interessiert waren Veronica Wang Yu und Wyman Wang am Erasmus+ - Projekt und den in Zusammenarbeit mit Glasgow und Den Hag gewonnenen Einsichten, wie junge Menschen für die berufliche Bildung motiviert werden können und wie die Zusammenarbeit mit regionalen ‚Ausbildungsunternehmen zu einem Win-Win-Verhältnis entwickelt werden kann.

Nürnberg Burns Supper 2017

Glasgow und Nürnberg verbindet eine lange und sehr lebendige Freundschaft, die 1985 durch  den Städtepartnerschaftsvertrag besiegelt wurde. Jugendbildung, insbesondere Projekte die Integration fördern, kultureller Austausch auf den Gebieten Tanz und innovative Kunstformen, Kooperationen im Sport sowie die vielfältige Begegnung der Bürgerinnen und Bürger der Metropole am Clyde und der fränkischen Metropole stehen dabei im Zentrum beider Städte.
Als Symbol der Freundschaft darf gewertet werden, dass 2017  offizielle Vertreter der Stadt Glasgow bereits seit 25 Jahren gemeinsam mit ihren Nürnberger Partnern das Geburtstagsfest des schottischen Nationaldichters in der Noris feiern. Ansprachen, Toasts, Musik, Tanzvorführungen und selbstverständlich auch Ceilidh gehören dazu.
Hier ein Ausschnitt aus der Festansprache des Deputy Lord Provost (2. Bürgermeister)  Allan Stewart, der in seiner Rede auch auf das Erasmus+ Projekt Strategische Partnerschaft Glasgow-Nürnberg zu sprechen kam:

Ich freue mich, am heutigen Abend so viele Bewunderer [des Dichters Robert] Burns, Freunde Glasgows und Genießer von Haggis und Whiskey begrüßen zu dürfen. Heute Abend feiern wir aber nicht nur Burns, sondern auch die Partnerschaft unserer Städte, die auf ein halbes Jahrhundert zurückblicken darf, mit ersten Kontakten und Austauschen in den 1950er Jahren.
In dieser langen Zeitspanne haben sich unsere Städte auf die unterschiedlichste Weise ausgetauscht, voneinander gelernt und sind zu gegenseitiger Wertschätzung und tief empfundener Zuneigung gelangt. Darauf können wir stolz sein, wobei es vor allem die Begegnungen der Bürgerinnen und Bürger auf beiden Seiten sind, die Partnerschaft mit Leben erfüllt und kultiviert. Für mich besteht kein Zweifel daran: es sind die Menschen in unseren Städten, die Schwung, Qualität und Freude in die Partnerschaft bringen.
2016 war ein weiteres sehr aktives Jahr der Kooperation. Zu den Highlights des Jahres gehört die sehr erfolgreiche Erasmus+ Strategische Partnerschaft zwischen Nürnberg und Glasgow, die sich damit beschäftigte, wie wir den Übergang von der Schule in die Arbeitswelt verbessern und Jugendarbeitslosigkeit noch effizienter bekämpfen können. Dieser Erfahrungsaustausch zwischen unseren Städten hat bereits Aufmerksamkeit erregt und das Lob von Bildungsexperten erhalten  und „goes from strength to strenght“.
Im Zuge des Jugendaustausch zwischen Glasgow und Nürnberg unter Einschluss von LTBG Scotland durften wir junge Menschen aus ganz unterschiedlichen sozialen Zusammenhängen und Lebensentwürfen begrüßen, so wie auch die eher traditionellen Schulaustauschprogramme mit Erfolg fortgeführt werden konnten. Herr Oberbürgermeister, unsere Städtepartnerschaft kann auf eine lange Geschichte zurückblicken, aber es ist an uns dafür zu sorgen, dass sie weiterhin blüht.

Fotos: Peter Doerfel für das Amt für Internationale Beziehungen der Stadt Nürnberg

Konferenzplanung mit Dr. Matthias Teller

Unser Anliegen, den Gedanken europäischer Kooperation zu füllen und zu verbreiten, verdient das Optimum an Vorbereitung. Für die Planung und Durchführung unserer Erasmus+ Konferenz „10 Jahre SCHLAU. Von Nürnberg nach Glasgow“ am 10. März 2017 im Historischen Rathaussaal der Stadt Nürnberg konnten wir Dr. Matthias Teller als Moderator gewinnen. In einem intensiven Planungstreffen im Dezember 2016 wurden die Eckdaten für unsere Konferenz diskutiert und festgelegt.
Dafür schien uns Sustainum Consulting der geeignete Partner. Mit Erfahrung und Kreativität begleitet Sustainum Change-, Innovations- und Nachhaltigkeitsprozesse. Unsere Anliegen: Unterstützung von jungen Menschen auf dem Weg in die Selbständigkeit, Übergangsmanagement, Empowerment und internationale Bildungsarbeit treffen sich mit dem Ethos von Sustainum. Wir freuen uns über die Zusammenarbeit.

SCHLAU im Radio

Über den lehrreichen Besuch beim "Employability and Skills Partnership Team" in Glasgow berichtet ein Beitrag des Bayerischen Rundfunks. Sie können die Reportage abrufen, indem Sie diesen Link http://www.br.de/radio/bayern2/bayern/regionalzeit-franken/partnerstadt-glasgow-erfolgreich-jugendliche-unternehmer-zusammenarbeit-100.html aktivieren.

Viel Vergnügen wünscht Ihr SCHLAU-Team.

SCHLAU in Glasgow

Wie aufschlussreich der Blick „über den Tellerrand“ sein kann, erlebte das SCHLAU-Team bei seinem Besuch in Glasgow im Rahmen des Erasmus+-Projekt „Act for Careers“. Nürnberg und Glasgow verbindet nicht nur eine langjährige, sondern auch eine besonders lebendige Städtepartnerschaft. Wie in Nürnberg sehen auch der Rat und die Verwaltung der Stadt am Clyde, in der Jugendarbeitslosigkeit ein nicht hinnehmbares Übel. Um allen jungen Menschen faire Chancen zu eröffnen, schlossen Stadtverwaltung, Bildungsstätten, soziale Einrichtungen sowie Unternehmen einen „Glasgow City Regional Deal”. Dieser „Pakt“ greift Zielsetzungen der Europäischen Union für Wachstum und Beschäftigung ((Europa 2020) auf und steht für die Absicht, durch die Schaffung von Arbeitsplätzen den Arbeitsmarkt auch für junge Menschen mit Startschwierigkeiten zu beleben. Er will Perspektiven für 16-24 Jährige schaffen, die ohne zusätzliche Unterstützung, den Anschluss an den Arbeitsmarkt zu verpassen drohten.
Das „Employment & Skills Partnership Team“ ist zentrales Element dieser Strategie mit ähnlichen Aufgaben wie SCHLAU in Nürnberg. An drei intensiven Tagen wurde die Nürnberger Gruppe auf die Herausforderungen in Glasgow hingewiesen. Sie durften die Angebote des ESP-Teams, schulische Berufsorientierung in der Gesamtschule St. Paul’s, Berufsorientierungsprojekt in der Brauerei ‚Tennets, und im Science Center sowie die Konzepte beruflicher Bildung in den Schulen und Colleges kennenlernen.
In den Begegnungen von SCHLAU-Fachkräften und dem ESP-Team wurden die übereinstimmenden Zielsetzungen deutlich. Es wurde sichtbar, wo ähnliche Methoden angewandt werden, aber auch wo Glasgow andere Wege einschlägt. Besonders lohnend aber waren die Diskussionen unter den Teams, der Austausch und die Chance, gemeinsam über Lösungen und Verbesserungen nachzudenken. Ein bereichertes Team kehrte nach Nürnberg zurück, das jetzt daran geht, die Erfahrungen zu sortieren, zu reflektieren und zu überlegen, welche Impulse Nürnberg weiterbringen. Auf einen Besuch aus Glasgow freuen wir uns.

Konferenz zur Internationalen Bildung in Amsterdam

Die Stadt Amsterdam lud Experten aus dem Kreis der EuroCities Education Group und Lehrkräfte aus allen Schularten Amsterdams sowie VertreterInnen der Verwaltung zu einer Konferenz in das Cygnus Gymnasium. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen Vorträge und Debatten, die sich mit dem Thema Internationale Bildung befassten.
Gesellschaft und Arbeitsmarkt, so die Auftaktrede von Ron Zandvliet und Eveline Hamers, müssen sich der Herausforderung der Globalisierung und einer zunehmenden Diversität nicht nur stellen, sondern progressiv aufgreifen. Dies gilt für Amsterdam als Weltstadt sowohl in politischer und kultureller aber auch als Standort international operierender Unternehmen in wirtschaftlicher Hinsicht. Den Bildungsinstitutionen kommt hier eine zentrale Stellung zu, indem sie die jungen Menschen auf eine spannende Zukunft vorbereiten, die Chancen bietet, aber auch Flexibilität und intelligente Lösungen verlangt.
Den Spannungsbogen erhöhten weitere Beiträge eines Vertreters der Unternehmensberatung und einer Bildungsexpertin aus Berlin und fand seinen Höhepunkt im Vortrag der „Act for Careers“-Partnerin Lesley Atkins, International Education Officer. Sie führte die aufmerksamen Zuhörerinnen und Zuhörern an den strategischen Ansatz Glasgows heran. Demnach verfolgt die Stadt am Clyde bereits seit Jahrzehnten in Kooperation mit dem schottischen Bildungsministerium und British Council Scotland einen Ansatz, der internationale Bildung fest im Curriculum einer jeden Schule verankert und als individuelles Recht für jede Schülerin und jeden Schüler festschreibt. Atkins sprach in der Konferenz aber nicht nur über Ziele, sondern belegte auch sehr genau, mit welchen Instrumenten dieses Recht auf internationale Bildung operationalisiert wird. Und sie konnte für Glasgow den Nachweis bringen, dass diese Aktivitäten nicht nur das ‚Weltwissen‘ und Verständnis für andere Kulturen bei den jungen Menschen erweitert, sondern die Persönlichkeit insgesamt, aber auch die Schulgemeinde selbst gestärkt wird.
Glasgows Erfahrungen, so konnte Hans-Dieter Metzger hinzufügen, finden sich in Nürnberg wieder. Auch dort arbeitet der Geschäftsbereich Schule an einer Strategie der internationalen Bildung, die die vielen wertvollen Einzelinitiativen verknüpft und im Leitbild der Schulen verankert. Als Katalysator dient das Projekt „Act for Careers. Better Employability Opportunities for All“, das Glasgow und Nürnberg in einer strategischen Partnerschaft zusammenführt und zum Motor der Entwicklung geworden ist.
Auch Amsterdams Bildungsbürgermeisterin Simone Kukenheim (Abbildung im Gespräch mit Lesley Atkins und H.-D. Metzger) zeigte sich begeistert von den Ausführungen Lesley Aktins‘. Sie griff in ihrer Abschlussrede viele Elemente aus diesem Vortrag auf und kündigte ganz spontan eine Reise nach Schottland an, um die Umsetzung dieser Strategie vor Ort kennenzulernen und weitere Anregungen empfangen zu können.

Sie können den Vortrag von Lesley Atkins hier downloaden.

 

Hier weitere Vorträge aus Amsterdam zum downloaden:

Internationalisation in Education - Amsterdam as an international city

Report on the conference

Nationalagentur Jugend in Aktion führt Treffen für Projekte Strategische Partnerschaft durch

Die in Bonn ansässige Nationalagentur Jugend in Aktion lud die Verantwortlichen von Erasmus+ -Projekten für den 29. September nach Bonn ins Gustav-Stresemann-Institut (GSI) ein. Vorgestellt wurden nach einer interaktiven Vorstellungsrunde der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zunächst die aktuellen Entwicklungen und Zukunftstrends im Erasmus+ Programm. Breiter Raum wurde anschließend Fragen zur Projektdurchführung sowie Budget und Abrechungsmodalitäten eingeräumt. Am Nachmittag präsentierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre jeweiligen Projekte und berichteten über Erfahrungen in der internationalen Bildungsarbeit und über das Zusammenwirken mit den Partnern in anderen Ländern. Dabei war es immer wieder spannend zu erleben, wie die in vielen Ländern parallel auftretenden Herausforderungen, z.B. die Ansprache und soziale Integration von nichtsesshaften Jugendlichen, entsprechend den jeweiligen Kulturen der Hilfesysteme angesprochen und gefördert werden und welche generalisierenden Schlüsse getroffen werden können. Deutlich wurde aber auch, dass die Themen rund um die Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit und internationaler Erfahrungsaustausch im Bereich der beruflichen Bildung – Themen auch von Act for Careers – von internationalem Interesse sind.

Schottischer Gast bei SCHLAU

Zwei Wochen im Juni 2016 stand ein Schreibtisch für Frau Lesley Atkins aus Glasgow in den Räumen von SCHLAU. Im Rahmen des Erasmus+ Projektes „Act for Careers“ erklärte sich Frau Atkins bereit, ihre Aufgabe bei der City of Glasgow als „International Education Officer“ vorzustellen. Frau Atkins präsentierte die von der Regierung von Schottland (Bildungsministerium und Europaministerium) und dem British Council Scotland geförderte internationale Bildungsarbeit in Schulen und schulnahen Einrichtungen der Jugendhilfe. Strategisches Ziel von Regierung und Kommune ist es, junge Menschen bestens auf ein Leben in einer globalen Gesellschaft vorzubereiten und pädagogisch Anregungen zu geben, dass sie sich als „Global Citizens“ verstehen. Internationale Bildungsarbeit wird dabei in den Schulen und außerschulischen Einrichtung nicht nur als „Beiwerk“, sondern als zentrales Bildungselement verstanden. Um diese Zielsetzung zu verwirklichen ist  International Education fest im Curriculum aller schottischen Schulen verankert, denn sie sind durch Weisung verpflichtet, internationale Bildungsarbeit als eines von sieben Kernthemen und als fächerübergreifende Bildungsleistung nachzuweisen.
Der unter dem Qualität fordernden und qualitätsfordernden Motto: „FROM GOOD TO GREAT“ vorgetragene strategische Ansatz wurde in Nürnberg auf mehreren Ebenen diskutiert, darunter in der Direktorenkonferenz der Schulleitungen Berufliche Schulen, im Europa-Arbeitskreis der Beruflichen Schulen sowie in einer gesonderten Veranstaltung, zu der das Bildungsbüro, das Jugendamt sowie die Teams SCHLAU, Ibos und Berufsschulberatung geladen waren.
Gerade vor dem Hintergrund des Austrittsvotums per knapp gewonnenem Volksentscheid in Großbritannien wünschen wir unseren schottischen Partnern und insbesondere auch Frau Atkins, dass ein Weg gefunden werden kann, wie Schottland und Glasgow in der europäischen Familie gehalten werden kann. Der durch einen äußerst engen Sieg der sog. Brexit-Partei herbeigeführte Rückzug vom ‚Kontinent‘ wäre eine ungeheure Erschwernis und Belastung für die erprobte und erfolgreiche  Zusammenarbeit sowie für alle Partner ein gewaltiger Verlust.

Fünftes Partnerschaftstreffen in Glasgow

Das fünfte Expertentreffen vom  29. Februar bis 5. März 2016 führte die Projektpartner erneut nach Glasgow. Die schottischen Kolleginnen und Kollegen hatten für die Gäste aus Nürnberg und Maastricht ein anspruchsvolles Programm entwickelt. Gleich zu Beginn trafen die Experten von „Act for Careers“ zum Gedankenaustausch mit einer isländischen Delegation in den Räumen des schottischen Bildungsministeriums zusammen. In vier Vorträgen wurden die unterschiedlichen nationalen Perspektiven ausgebreitet und Lösungsansätze vorgestellt. Das gemeinsame Thema Jugendarbeitslosigkeit lieferte den Stoff für eine sehr engagierte Debatte, die einmal mehr deutlich werden ließ, dass die größte Herausforderung in allen Ländern an der ersten Schwelle liegt und neben der fachlich versierten Berufsberatung stets eine sozialpädagogische Begleitung erforderlich ist. Darüber hinaus präsentierten die Fachleute des schottischen Bildungsministeriums das dort entwickelte Programm „Developing the Young Workforce“, das für die intensive Zusammenarbeit von Schulen und Unternehmen in Schottland Standards entwickelt hat und Kooperationsvereinbarungen zwischen Bildungseinrichtungen und Wirtschaft unterstützt.

Ebenso spannend für die Besucher verlief der Besuch von Clyde College Anniesland Campus, das die Gäste mit dem dort praktizierten, erfolgreichen Unterstützungsprogramm für junge Asylsuchende bekannt machte. Die Lehrkräfte konnten anhand von Auswertungen der Schülerdaten und der Bildungskarrieren aufzeigen, dass die Aufnahme von jungen Menschen ohne Englischkenntnisse in die Regelklassen produktiv ist. Mit der tagtäglichen Begegnung von Neuzugewanderten und Jugendlichen, die in Schottland aufgewachsen sind, sahen die Pädagogen eine der wichtigsten Voraussetzung für die gelingende Inklusion erfüllt. Insbesondere hoben sie die Bedeutung der nonverbalen Kommunikation beim gemeinsamen Tun heraus, etwa während des Sports oder im Kunstunterricht oder ganz schlicht in den Pausen, die den Neuzugewanderten ein rasches Ankommen erleichtert.

Am folgenden Tag präsentierten die Pädagogen von Shawlands Academy den Besuchern ein Projekt, das mit dem besonderen Fokus auf Roma und Sinti einen weiteren Baustein für inklusive Bildungspolitik darstellt. In einigen Wohnquartieren sind in den vergangenen Jahrzehnten Communities entstanden. Durch intensive sozialpädagogische Arbeit konnte ein hervorragender Zugang zu den Familien geschaffen werden, so dass inzwischen großes Interesse der Eltern für die Bildungsangebote der Stadt verankert werden konnte und der Schulbesuch der Kinder eine Selbstverständlichkeit ist. Durch das Zusammenwirken von aufsuchender Sozialarbeit und intensivem Bemühen um das Wohlergehen der Kinder sind die Schulen zu Begegnungsstätten im Stadtteil gereift. Nicht zuletzt am Bildungserfolg der Kinder kann abgelesen werden, dass dieses Modell beispielhaft ist.

Ebenso überraschend wie eindrucksvoll war für die Besucher aber auch, wie internationale Bildung an dieser Schule gelebt wird. Vom hohen Engagement der Schülerinnen und Schülern, aber auch der Lehrkräfte zeugten nicht nur die zahlreichen Projekte, die vorgestellt wurden, sondern auch die Gestaltung der Schule und Klassenräume selbst, die ein wahrhaft internationales Flair ausstrahlten.

Am dritten Tag besuchten die Experten aus Nürnberg und Maastricht mit den schottischen Kolleginnen und Kollegen eine große Berufsbildungsmesse rund um das Thema Kulturwirtschaft. Mit Glasgow als Standort der schottischen Musikindustrie sowie der großen TV- und Radiosender hat sich hier ein großer und strategisch bedeutsamer Wirtschaftszweig herausgebildet. Die Messe, die sich an junge Menschen aus allen Teilen Schottlands richtete, machte die Besucher mit der Vielzahl an Berufe und Karrierechancen der Kulturwirtschaft bekannt. Hauptrednerin der Messe war Fiona Hyslop, Mitglied des schottischen Parlaments und Ministerin für Kultur, Tourismus und auswärtigen Angelegenheiten. Die Politikerin unterstrich in ihrer Rede die enge Bindung Schottlands an Europa und warb nachdrücklich für die Weiterentwicklung Schottlands im Rahmen der europäischen Union.

Immer wieder aber fanden sich während des Besuchs auch Zeit für intensive Reflexion und eingehende Diskussion. Zudem besprach die Steuergruppe Ziele und Zeitplan des Projekts. Es erwies sich dabei eins ums andere Mal, wie wichtig der persönliche Kontakt und die direkte Verständigung für Weiterentwicklung und Vertiefung sowohl der einzelnen Konzepte als auch die Entwicklung übergreifender Handlungskonzepte sind.

Interview mit Jacqui McBride

Jacqui Mc Bride, Opportunities for All-manager der Stadt Glasgow besuchte im November 2015 für eine Woche das Team SCHLAU in Nürnberg. Der Besuch wurde veranlasst durch die Strategische Partnerschaft Erasmus+ zwischen Glasgow, Maastricht und Nürnberg und diente dem Kennenlernen und der strategischen Weiterentwicklung der außerschulischen Unterstützungsarbeit für Jugendliche mit Startschwierigkeiten beim Übergang Schule-Beruf in der schottischen und der fränkischen Metropole.

Frau McBride, wir freuen uns, Sie in Nürnberg begrüßen zu dürfen. Wären Sie so nett und würden sich kurz vorstellen?
Meinen Namen kennen Sie ja bereits, meine offizielle Funktionsbezeichnung lautet etwas sperrig: „Opportunities for All manager for Glasgow“. Man könnte dies mit „Manager für Chancengerechtigkeit für Alle in Glasgow“ übersetzt. Dazu ist es wichtig zu wissen, dass Glasgow jedem jungen Menschen bis zum Alter von 19 Jahren ein Bildungsangebot garantiert. Ihm oder ihr steht es offen, sich entweder für einen Schulbesuch zu entscheiden oder ein Trainingsangebot anzunehmen. Ich bin dafür zuständig, dass diese Garantie in der Praxis auch erfolgreich angewandt wird und jeder junge Mensch zu seinem Recht kommt. Dafür haben wir ein Monitoringsystem entwickelt. Wir begleiten die Prozesse, dokumentierten die Teilnahme an den Angeboten und stellen sicher, dass alle 30 Sekundarschulen in Glasgow systematisch eingebunden sind.

Für das komplette Interview (Pdf-Format) drücken Sie bitte hier

Jubiläumsjahr für das Institut für Schulpsychologie und Pädagogik in Nürnberg

Das 50jährige Jubiläum des Nürnberger Instituts für Schulpsychologie und Pädagogik war ein Grund nicht nur zum Feiern, sondern auch um der Fachöffentlichkeit pädagogische Anstöße zu bieten. Den Festakt am 28. November 2015 bereicherte nach der Eröffnung durch Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly Frau Professor Dr. Gesine Schwan mit einem Grundsatzvortrag zum Tagungsthema "Herausforderung Vielfalt - Schule gemeinsam gestalten!" An den zwei Tagen fanden sich 550 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Gut besucht war auch das „International Education in Europe and Beyond“, nach einem Referat von Lesley Atkins diskutierten Lehrkräfte, Sozialpädagogen und Interessierte engagiert über pädagogische Herausforderung im Zusammenhang der Globalisierung. Übereinstimmung bestand unter den Teilnehmenden, dass zukunftsweisende Pädagogik strukturierter als bislang Erfahrungsräume der interkulturellen Arbeit und des internationalen Austausches in Schulen, Jugendzentren und Kulturwerkstätten schaffen müssen.

Difu & Deutscher Städtetag am 26. und 27. November 2015 in Berlin

 Zu den Aufgaben eines Erasmus+ Projekts zählt die Information der Öffentlichkeit bzw. Fachöffentlichkeit über die das EU Programm, die EU Strategie-2020, Leitinitiativen für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum sowie den Projektansatz, Projektverlauf und erreichte Ziele.
Eine Einladung des Deutschen Instituts für Urbanistik (Defu) und des Deutschen Städtetags als Fachreferenten zur gemeinsam ausgerichteten Fachtagung „Übergang Schule – Beruf. Konzepte - Erfahrungen – Perspektiven” bot die Gelegenheit, Experten aus ganz Deutschland sowohl das Nürnberger Konzept als auch das Projekt „Act for Careers“ sowie das Konzept „Internationale Bildungsarbeit in Glasgow“ vorzustellen. Während im Nürnberger Referat Strategien zur Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit im Vordergrund standen, gewährte der schottische Beitrag einen Einblick, welch hoher Stellenwert dem internationalen Austausch als Teil einer pädagogischen Strategie zugedacht ist. Beide Referenten unterstrichen das Ziel, auf dem Weg zur vollen Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu unterstützen,  Verständnis für andere Kulturen zu entwickeln und die Freizügigkeit als Chance im Beruf aber auch in kulturellen und sozialer Hinsicht zu nutzen. Beide Referenten verbanden diese Strategien mit der Perspektive, junge Menschen für die EU zu interessieren und ein Bewusstsein für die „eine Welt“ und ihre Rolle „global citizen“ zu sensibilisieren.

Viertes Partnerschaftstreffen in Nürnberg vom 20. - 25.10.2015

Im Fokus des vierten Partnerschaftstreffens standen die Fragen nach dem System beruflicher Bildung in Deutschland und insbesondere welche Unterstützungsangebote für junge Menschen mit Startschwierigkeiten Nürnberg zu bieten hat. Darüber hinaus wurde die Frage thematisiert, ob und wie Unterstützung zu verstärkter Mobilität als ein Aspekt internationaler Bildungsarbeit geleistet werden kann.
An drei intensiven Arbeitstagen absolvierten die Delegationen aus Glasgow und Maastricht ein umfangreiches Programm. Ein Vertreter der Industrie- und Handelskammer in Mittelfranken übernahm die Einführung in das duale Ausbildungssystem und führte aus, welche Unterstützungsleistungen die IHK bereithält. Anschließend konnten sich die Gäste in der Berufsschule 1 – Elektroberufe – sowie im Siemens Ausbildungszentrum darüber informieren wie der für die betriebliche Seite obligatorische Ausbildungsrahmenplan sowie  der für die schulische Seite geltende Rahmenlehrplan gestaltet und synchronisiert sind. Dadurch wurde deutlich wie Schule und Betrieb ganz praktisch zusammenwirken. Die Gäste zeigten sich dabei beeindruckt von der Ausstattung der Werkstätten in Betrieb und Schule, dem hohen Engagement der Anleitung sowie der Qualität der Ausbildung insgesamt.
Am zweiten Tag besuchten die Delegationen zunächst eine Berufsfachschule für Büroberufe, d.h. ein Angebot der vollschulischen Bildung, das insbesondere Jugendlichen, die auf dem Ausbildungsmarkt keine Stelle gefunden haben, zum Berufsabschluss führt. In einer Übungsfirma konnten die Gäste erleben, wie betriebliche Abläufe realistisch simuliert werden. Von pädagogisch herausragender Bedeutung ist dabei die am Arbeitsalltag ausgerichtete Rollenzuweisung, die die betrieblichen Hierarchien abbildet. Auf diese Weise wird es den Schülerinnen und Schülern  ermöglicht, Arbeitsabläufe aus den unterschiedlichen Perspektiven zu erleben und bewerten und damit ein geschultes Verständnis für die unterschiedlichen Interessen von Führungskräften und Mitarbeitern zu erlangen. Gerade unter dem Gesichtspunkt der Benachteiligtenförderung wurde hier beispielhaft gezeigt, wie junge Menschen mit zunächst wenig Selbstvertrauen Führungskompetenzen erwerben.
Der Nachmittag war dem Besuch einer Klasse Asylsuchender und Neuzugewanderter gewidmet, die in der Berufsschule ein zweijähriges Angebot zum Spracherwerb und zur beruflichen Orientierung absolvieren. Die städtischen Berufsschulen haben dieses Modell zweijähriger Pflichtbeschulung mit einem starken Fokus auf sozialpädagogische und psychologische Betreuung für Neuangekommene bereits im Jahr 2010 eingeführt und können auf einen Erfassungsgrad von 90 Prozent verweisen. Die Gäste diskutierten mit den jungen Menschen über ihre Hoffnungen und Pläne, aber auch darüber, wie sie den schulischen Alltag erleben. Insbesondere die schottischen Gäste fragten interessiert nach, wie Inklusion praktiziert wird, denn Glasgow beschreitet einen anderen Weg als Nürnberg .Dort gibt es keine Spracherwerbsklassen , sondern neuzugewanderte Jugendlichen, die des Englischen nicht mächtig sind, werden sofort  in Regelklassen integriert. Intensiv diskutiert wurden deshalb unter den Experten alternative Ansätze von Inklusion sowie die Vorteil bzw. Nachteile des Nürnberger und Glasgower Modells.
Wie Berufsorientierung und hier insbesondere der Erwerb  persönlicher sowie sprachlicher  Kompetenz  durch Demokratieunterricht betrieben werden kann, demonstrierte Dokupäd den Gästen am dritten Besuchstag. Im Lernzentrum, in direkter Nachbarschaft zum Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände angesiedelt, führten Mitarbeiter dieses vom Kreisjugendring ins Leben gerufene Bildungsangebot vor. Wie politische Jugendbildung am „Ort der Täter“ zu aktivem Demokratieverständnis, für ein Eintreten gegen Rechtsextremismus, Ausländerfeindlichkeit, Gruppenzwang und Gewalt beitragen und das Interesse junger Menschen für die Menschenrechte wecken kann, wird hier anschaulich thematisiert.
Den Abschluss der Tagung bildete eine intensive fachliche Diskussion darüber, wie  das Erlebte mit dem Anliegen von Europa 2020, dem Abbau von Jugendarbeitslosigkeit, der Förderung von Inklusion und Diversität sowie der Stärkung des Demokratiebewusstseins zusammenhängt. Am meisten beeindruckte die Gäste wohl einerseits die aktive Form politischer Jugendbildung und andererseits die hohe Qualität der dualen Ausbildung, die gleichwohl vom Ansatz her geeignet ist, Benachteiligungen auszugleichen und über den Weg der beruflichen Bildung die Chancen auf eine vollständige Teilhabe an der Gesellschaft zu erhöhen.

Besuch der Partner in Maastricht

Nach Nürnberg und Glasgow führte der dritte Erasmus+ Informationsaustausch vom 17. bis 20. Juni 2015 nach Maastricht, Hauptstadt der niederländischen Provinz Limburg. Angereist waren jeweils Repräsentantinnen und Repräsentanten der Bildungsreferate der Städte Glasgow und Nürnberg, von Schulen (Lochend Community High School, Glasgow Kelvin College, Berufsschulen 5 und 6 Nürnberg), des Übergangsmanagements (Employment and Skills Partnership Team Glasgow, SCHLAU Übergangsmanagement Nürnberg), des Amts für Internationale Beziehungen der Stadt Nürnberg und des schottischen Bildungsministeriums „Education Scotland“. Gastgeber war das Team von Regional Center of Expertise (UN-University RCE) Rhine-Meuse.

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Strategische Partnerschaft SCHLAU-Nürnberg, Glasgow und RCE Rhine-Meuse

„Arbeitslosigkeit“, schreibt der britische Politiker Michael Miliband, „ist schmerzlich, Jugendarbeitslosigkeit unerträglich“. In allen europäischen Ländern ist sie vorhanden, wenn auch in unterschiedlichen Dimensionen. Dieses Erasmus-Projekt verbindet Nürnberg mit Glasgow und Maastricht – drei Städten, die einen Strukturwandel zu bewältigen haben, drei Städten, die unterschiedliche Strategien zur Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit entwickelt haben. Es geht um Erfahrungsaustausch und die Identifizierung von Strategien, die übertragbar sind, bei den Teilnehmern, aber auch für Interessenten in andern Kommunen und Ländern.
Nach einem Besuch in Nürnberg waren die Experten des Projekts Mitte März 2015 in Glasgow zu Gast. Lord Provost (Oberbürgermeisterin) Sadie Docherty empfing die Delegationen und nahm sich weit über eine Stunde Zeit, um sich über die Zielsetzung des Projekts sowie des dreitägigen Programms zu informieren. Beeindrucken ließen sich die Besucher unter anderem von dem präzisen Berufsorientierungskonzept der Lochend Community Highschool, den umfassenden berufsbildenden Angeboten des Kelso-College sowie dem außerschulischen Projekt „Learning Center“ im „Celtic Fußball Stadion“. Der nächste Besuch steht im Juni an. Ziel ist RCE Rhine-Meuse und dabei allgemeinbildende und berufliche Schulen in Maastricht.


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ErasmusPlus-Projekt

Vom 08. bis 10. Dezember 2014 besuchten Delegationen aus Glasgow und der Region Maastricht sowie ein Vertreter des schottischen Erziehungsministeriums die Noris im Rahmen des EramusPlus-Projekts „Strategische Partnerschaft – Konzepte zur Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit in Europa“. Entsprechend dem Thema des dreijährigen Projekts standen Konzepte und Praktiken für die gelingende Gestaltung des Übergangs von der allgemeinbildenden Schule in die berufliche Ausbildung im Mittelpunkt des Austausches. Organisiert wurde das Fachtreffen vom Leitantragsteller, dem Nürnberger Übergangsmanagement SCHLAU mit tatkräftiger Unterstützung durch Christina Plewinski vom Amt für Internationale Beziehungen.

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Förderpartner sind:

Bayerische Staatsregierung


Testiert durch:

Schlau Übergangsmangement Nürnberg

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Telefon 09 11 / 2 31 - 14148, Fax 09 11 / 2 31 - 4507